Sabine (27)

studiert im 12. Semester an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Uni Heidelberg und absolviert gerade ihr Praktischen Jahr (PJ) mit dem Wahlfach Allgemeinmedizin. Nebenbei schreibt Sabine an ihrer Doktorarbeit, die auch schon schon fast fertig ist...

Auf Stellensuche

Bewerbungsgespräch im Krankenhaus Man kann es kaum glauben, aber auch das Medizinstudium ist irgendwann einmal zu Ende! 12 Semester oder sechs Jahre sind eine lange Zeit – kaum jemand macht sich da sonderlich früh Gedanken, wie es denn überhaupt weitergehen soll. Viele meiner Kommilitonen sehnen sich am Ende des PJ nur noch nach ganz viel Urlaub, Freizeit und Erholung. Und die Doktorarbeit muss ja schließlich auch noch fertig geschrieben werden. Wenn man erst mal arbeitet, so die vorherrschende Meinung, kommt man ja schließlich zu nichts mehr... und das ist leider auch wahr! Welche Weiterbildung darf es nach dem Medizinstudium sein? Während der letzten Wochen im PJ (das ist bei mir jetzt auch schon wieder ein Jahr her) habe ich angefangen, mich zu fragen, wie es nun für mich eigentlich weitergehen soll. Meine Doktorarbeit war glücklicherweise schon geschrieben und abgegeben. Auf eine längere Reise hatte ich keine besonders große Lust, da mein Freund noch mitten im Studium war und längere Fehlzeiten für ihn ungünstig gewesen wären. Daher stand ziemlich schnell fest, dass ich baldmöglichst mit meiner Arbeit als Assistenzärztin beginnen wollte. Die letzten beiden Quartale in meinem PJ waren eindeutig die Besten und bei der Frage wie es weitergehen soll, sehr aufschlussreich. Von Mai bis August war ich am ZI in Mannheim in der Suchttagesklinik gewesen und von August bis Oktober hatte ich mein Wahlquartal Allgemeinmedizin in einer Hausarztpraxis in der Mannheimer Gartenstadt verbracht. Nach wenigen Wochen dort war mein Wunsch, mich zur Allgemeinmedizinerin weiterbilden zu lassen, bestätigt. Aber auch die Psychiatrie hatte ihre positiven Eindrücke hinterlassen. In Baden-Württemberg kann man sich auf den Facharzt für Allgemeinmedizin bis zu 18 Monate in anderen patientennahen Fachgebieten anrechnen lassen – also auch in der Psychiatrie. Perfekt. Also habe ich mich sowohl in der Psychiatrie als auch in der Inneren Medizin beworben, jedoch eher in kleineren Häusern. Universitätskliniken und größere Krankenhäuser liegen mir nicht besonders. Ich war sehr überrascht, wie schnell dann doch die Einladungen zu den Vorstellungsgesprächen kamen. Die Vorstellungsgespräche im Krankenhaus Mein allererstes Vorstellungsgespräch fand in der Psychiatrie statt. Ich war schon ein wenig aufgeregt, man weiß ja am Anfang nicht, was so auf einen zukommt.  Wenn man plötzlich dem Chefarzt und einigen Oberärzten und Oberärztinnen gegenüber sitzt, ist einem anfangs doch etwas mulmig zumute. Sorge oder gar Angst vor Vorstellungsgesprächen ist aber völlig unbegründet. Meist sind es recht angenehme Unterhaltungen, die völlig zwanglos ablaufen. Man bekommt eigentlich fast mehr über das jeweilige Krankenhaus und die unterschiedlichen Weiterbildungsmöglichkeiten erzählt, als dass man mit diffizilen Fragen in die Ecke gedrängt werden würde (wie das in großen Wirtschaftsunternehmen wohl der Fall sein soll). In aller Regel wollen die künftigen Chefs wissen, warum man sich das jeweilige Fachgebiet ausgesucht hat, welche Ziele man hat und wie der bisherige Werdegang war. In der Inneren Medizin des kleinen Krankenhauses, in dem ich letztendlich auch angefangen habe, wurde ich sogar gefragt, was ich denn so in meiner Freizeit mache. Soweit ich mich erinnere, bekam ich am Ende dann mehr Fragen zu Pferden und Pferdezucht gestellt, als zu Medizinischem. Happy End Nach einer Hospitation dort war ich mir dann auch vollkommen sicher, dass es der richtige Arbeitsplatz für mich ist. Es ist einfach unglaublich viel wert, wenn Chef- und Oberärzte in einem nicht nur die Arbeitskraft, sondern auch eine Persönlichkeit und einen Menschen sehen. Man ist nicht Assistent XY, der beliebig ersetzbar ist, wenn er nicht mehr funktioniert, sondern hat das Gefühl, in eine Gemeinschaft aufgenommen und ernst genommen zu werden. Deshalb mein Appell an Euch, wenn ihr nach dem PJ auf Stellensuche geht: Hört auf euer Bauchgefühl, redet mit den zukünftigen Assistentenkollegen und stellt ihnen alle Fragen, die Euch bewegen. Nur so könnt ihr eine Stelle finden, mit der ihr am Ende auch zufrieden seid.  
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Asterix und die Chirurgie

Asterix-und-die-Chirurgie Um 05:00 Uhr klingelt mein Wecker – solche Uhrzeiten sind absolut nichts für mich. Der Start in mein zweites PJ-Quartal in Heidelberg ist also denkbar schlecht. Um 07:15 Uhr stehe ich dann im Krankenhaus und begebe mich auf die Suche nach Passierschein A38...
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100 Kilometer hin und zurück…

100-Kilometer-hin-und-zurueck Wir schreiben den 15. November 2015 – für mich beginnt heute ein neuer Abschnitt: das erste Quartal meines Praktischen Jahres! Ihr habt richtig gehört: In Mannheim ist das PJ in vier Abschnitte unterteilt. Die ersten drei Monate standen ganz im Zeichen der Inneren Medizin und mich erwarteten neben 200 Kilometer Fahrt seeeehr viel Blut.
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Ich habe fertig!

Kaum zu fassen, aber ja – es ist vorbei! Drei Tag lang haben ich und meinen Kommilitonen und Kommilitoninnen im Herbst Blut und Wasser geschwitzt. Insgesamt 320 Fragen, darunter auch ein paar Kolibris (das sind seltene Krankheitsbilder)... ein letztes Mal volle Konzentration und voller Einsatz! Mein zweites Staatsexamen war hart, aber ich muss zugeben, eigentlich auch ganz fair. Jetzt heißt es: Uni adé!
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Klausuren adé… endlich scheinfrei! Oder?!

Klausuren-ade-endlich-scheinfrei Am  24. Juli 2015 war er endlich da, der Moment auf den ich so lange gewartet habe! Die letzte Klausur meiner Uni-Laufbahn (ein sogenannter Fachübergreifender Leistungsnachweis oder kurz FLN) stand auf dem Programm! Der FLN deckt die Fächer Neurologie, Psychiatrie und Psychosomatik ab. Bei uns in Mannheim gibt es am Ende des klinischen Studiums drei solcher Tests: zwei schriftliche Prüfungen und ein OSCE mit 12 unterschiedlichen (Not-)Fällen und Schauspielpatienten. Eigentlich sollte der FLN kein großes Hindernis mehr auf meinem Weg in die "Scheinfreiheit" sein, zumindest dachte ich das...
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Jetzt heißt es Abschied nehmen!

Abschied-nehmen Lange habe ich diesem Moment entgegen gefiebert! Nie wieder Pflichtveranstaltungen! Nie wieder unterschreiben müssen! Nie wieder sinnlose Vorlesungen! Nie wieder nervige Praktika! Fünf Jahre sind (fast) vergangen, seit ich im Wintersemester 2010/11 mit meinem Medizinstudium in Mannheim begonnen habe. Damals lag das große Ziel PJ und damit das „fast Arzt sein“ noch in weiter und unvorstellbarer Ferne. Jetzt heißt es Abschied nehmen von meiner Uni und auf zu neuen Ufern: Zehn Semester – das ist eigentlich eine lange Zeit. Obwohl sie mir im Nachhinein doch recht kurz vorkommt – aber lasst uns doch von vorne beginnen!
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Ein Blick über den Tellerrand…Chirurgie!

Ein-Blick-über-den-Tellerrand-Chirurgie Die vorletzte Famulatur ist geschafft – drei Wochen Chirurgie. Da ich mir dafür ein eher kleineres Krankenhaus ausgesucht habe, bekam ich von Gefäßchirurgie über die Unfallchirurgie (und Orthopädie) bis hin zur Viszeralchirurgie viel Unterschiedliches zu sehen. Für mich ideale Voraussetzungen. 
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Immer noch Student…

Immer-noch-Student- Neulich in der Bahn: Ich traf auf eine ehemalige Klassenkameradin, die ihr BA-Studium längst abgeschlossen hat und nun schon seit mindestens zwei Jahren in Lohn und Brot steht. „Wie, du studierst immer noch?“, war ihre schnippische Frage auf meine Aussage, dass ich gerade von einem äußerst interessanten Kurs-Nachmittag in der Psychiatrie komme.
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Nur Allgemeinmedizin… nichts Spezielles also.

Medizinstudentin mit Patienten in Behandlungsraum Diese Aussage habe ich schon des Öfteren zu hören bekommen. Aber verfolgen wir das Gespräch doch einmal von Anfang an, meist beginnt die Überleitung zum Thema Beruf bzw. Ausbildung und Studium so: „Und, was machst du? Arbeitest du schon oder studierst du immer noch?“ „Ich studiere noch immer Medizin“, antworte ich, schon ahnend, was nun kommen wird. Es folgen zunächst genauere Nachfragen hinsichtlich der aktuellen Semesterzahl und ein paar Bemerkungen zu dem doch relativ langen Studium, worauf mein Gegenüber den Faden weiter spinnt: „Weißt du schon, auf was du dich später mal spezialisieren willst?“
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