Janina (29)

hat Kommunikationswissenschaft in Stuttgart studiert. Sie arbeitet seit 2015 bei der Perspektive Hausarzt Baden-Württemberg und ist vor allem für die vielen Bilder und Videos auf unserer Website und auf unseren Social Media-Kanälen verantwortlich. Sie betreut verschiedene Projekte und begleitet unsere Veranstaltungen. Janinas bester Freund ist unsere digitale Spiegelreflexkamera.

Eine Frage des Geldes

Welche Möglichkeiten zur Finanzierung meiner eigenen Praxis habe ich? Wer sich selbstständig macht, steht nicht nur vor unternehmerischen Herausforderungen, sondern immer auch vor größeren Investitionen. Hilfe gibt es von verschiedenen Seiten: Förderprogramme wie "Ziel und Zukunft" der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg greifen jungen Ärzten finanziell unter die Arme. Gemeinden und Landkreise unterstützen euch dagegen ganz oft bei der Suche nach Praxisräumen oder einer Wohnung. Kredite und Zinsen Wer eine Praxis gründet, braucht Kapital für Praxisräume, Einrichtungsgegenstände oder Geräte. Viele Banken bieten spezielle Finanzierungsberatungen und Angebote für Selbstständige an. Am besten wendet ihr euch zunächst an eure Hausbank und lasst euch dort über die verschiedenen Modelle beraten. Oft lohnt es sich, diese Angebote mit Angeboten anderer Banken zu vergleichen, um die bestmöglichen Konditionen und die günstigsten Zinsen zu erhalten. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Unterstützung über öffentliche Förderprogrammkredite bei Förderbanken wie der "Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)" zu erhalten. Diese fördern mittelständische Unternehmen und Existenzgründer mit sogenannten Förderkrediten, die oft günstigere Konditionen als "normale" Kredite haben. Förderkredite sind aber genau wie Förderprogramme nicht für jeden frei verfügbar. Sie müssen beantragt, geprüft und bewilligt werden. Über die Bewilligung entscheidet die jeweilige Förderbank. Welche Anforderungen erfüllt werden müssen, könnt ihr in einem persönlichen Beratungsgespräch in Erfahrung bringen. Ziel und Zukunft Mit dem Programm „Ziel und Zukunft“ (ZuZ) der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) werden Ärzte und Physiotherapeuten in Baden-Württemberg finanziell bei der Niederlassung unterstützt. In ausgewiesenen Gebieten mit starkem Ärztemangel (den sogenannten ZuZ-Fördergebieten) fördert die KVBW Hausärzte, die eine Praxis neugründen oder übernehmen. Wer sich in einem Fördergebiet niederlässt, kann mit einem Investitionskostenzuschuss von bis zu 80.000 Euro rechnen. Um die Förderung zu beantragen, müsst ihr den Förderantrag ausfüllen und an die KVBW abschicken. Euer Antrag wird anschließend geprüft und ihr bekommt Rückmeldung, ob und in welcher Höhe ihr gefördert werdet. Wichtig ist: Die Förderung muss im Vorfeld beantragt werden und erfolgt nur, wenn ihr nachweisen könnt, dass ihr eure Tätigkeit auch aufgenommen habt. Erhaltet ihr die ZuZ-Förderung, verpflicht ihr euch gleichzeitig, mindestens drei Jahre in dem Fördergebiet vertragsärztlich tätig zu sein. Unterstützung vor Ort Unser Tipp: Nehmt Kontakt mit der Gemeinde oder dem Landkreis auf, indem ihr eure Praxis eröffnen möchtet. Hier bekommt ihr zwar nicht immer finanzielle Unterstützung, aber vor allem in ländlicheren Regionen helfen die Gemeinden ihrem neuen Hausarzt gerne bei der Suche nach geeigneten Praxis- oder Wohnräumen und beim Praxismarketing. Manche Gemeinden stellen auch Praxisräume zur Verfügung oder bieten attraktive Bauplätze für Haus oder Praxis an. Das erspart oft viel Zeit und Arbeit und macht euren Einstieg in die Selbstständigkeit und die Integration in euer neues Arbeitsumfeld wesentlich einfacher.  
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Aus Arzt wird Manager

Selbstständig zu sein, ist nicht ganz einfach. Wie funktioniert die Praxisführung und was verdiene ich eigentlich? In einem Krankenhaus oder einer Praxis als angestellter Facharzt zu arbeiten, bedeutet, dass man hauptsächlich der Arbeit nachgeht, für die man im Studium und der Weiterbildung ausgebildet wurde: die Medizin. Sein Gehalt bekommt man am Ende des Monats direkt aufs Konto überwiesen. Wer sich mit einer eigenen Praxis selbstständig machen möchte, wird dagegen mit ganz neuen Aufgaben und Herausforderungen aus dem Bereich Betriebswirtschaftslehre konfrontiert. Chef werden, Chef sein Wer eine Praxis führt, ist für ein kleines Wirtschaftsunternehmen verantwortlich. Vom Toilettenpapier über die Glühbirne und die Praxis-EDV bis zur Patientenabrechnung – alles muss reibungslos funktionieren und am besten natürlich rentabel sein. Als Chef müsst ihr kompetentes Personal einstellen, Arbeitspläne schreiben, Mitarbeitergespräche führen, euch um eure Buchhaltung kümmern und natürlich dafür sorgen, dass genug Patienten in eure Praxis kommen (Praxismarketing). Natürlich müsst ihr das nicht alles zwangsläufig selbst machen, sondern könnt auch delegieren: Viele Medizinische Fachangestellte (MFAs) unterstützen ihre Ärzte bei der Abrechnung oder kümmern sich als Praxismanagerinnen, um den reibungslosen Praxisbetrieb. Die Verantwortung liegt aber letztlich ganz oben: bei euch. Ein Tipp unserer Experten: Keine Arztpraxis funktioniert wie die andere. Egal, ob ihr eine Praxis ganz neu gründet, eine Praxis übernehmt oder in eine bestehende Praxis als Partner einsteigt: Eine Niederlassungsberatung, wie sie zum Beispiel von der Kassenärztlichen Vereinigung angeboten wird, hilft euch, die Grundzüge von Praxisgründung und -führung von Anfang an besser zu verstehen. Niederlassungsberatung – alle für einen Die Kassenärztlichen Vereinigungen bieten jungen Ärzten eine umfassende und kostenlose Niederlassungsberatung in vier Phasen an: (1) Orientierung vor der Zulassung, (2) nach der Zulassung und vor dem Praxisaufnahme, (3) zeitnah nach der Praxisaufnahme und (4) nach der Etablierung der Praxis. Mit einem Businessplan erarbeitet ihr gemeinsam mit den Beratern den Grundstein für eure Selbstständigkeit. Der Businessplan zeigt euch, wie eure neue Praxis (wenn es denn schon eine gibt) aufgestellt ist und was finanziell auf euch als neuen Praxisinhaber oder Partner zukommt. Außerdem werden die Kostenstruktur, die Vor- und Nachteile der Praxis sowie ihr Potenzial analysiert. Am Ende erhält man eine Liquiditätsvorschau, kann eine Risikoeinschätzung vornehmen und relativ genau prognostizieren, mit wie viel Kosten und Einnahmen ihr rechnen müsst und könnt. Die KV unterstützt euch aber nicht nur beim Businessplan, sondern auch bei ganz vielen anderen Themen rund um die Niederlassung wie Abrechnung und Honorar, Sprechstundenbedarf und Erstbeschaffung, IT in der Praxis und Praxismanagement. Im Idealfall steht euch zusätzlich auch noch euer Praxisvorgänger oder der zukünftigen Praxispartner mit Rat und Tat zur Seite. Über Geld spricht man nicht? Ein Hausarzt verdient sein Geld, indem er Patienten behandelt. Die erbrachten Leistungen muss er abrechnen. Dabei unterscheidet man zwischen Privatpatienten und gesetzlich versicherten Patienten. Bei Privatpatienten schickt der Arzt die Rechnung meistens direkt an den Patienten. Bei Kassenpatienten gibt es zwei Abrechnugssysteme – das Kollektivvertragssystem und das Selektivvertragssystem (im hausärztlichen Bereich besser bekannt als Hausarztzentrierte Versorgung). Alle Einnahmen, die ihr in eurer Praxis generiert, bilden zusammen den Umsatz. Etwa 50 Prozent davon braucht ihr, um eure Kosten zu decken. Dazu gehören Personalkosten, Kosten für Praxis- und Laborbedarf, Raumkosten und Kosten für Geräte und Einrichtungen. Was vom Umsatz dann noch übrig ist, ist euer Gewinn – aber vor Steuern. Vom Gewinn gehen dann noch eure privaten Abgaben wie Kredite, Versicherungen (z.B. Kranken- und Rentenversicherung) und die Steuern ab. Als Faustregel gilt: Von eurem Umsatz habt ihr nach Abzug aller Abgaben noch ungefähr ein Viertel als Reingewinn zur freien Verfügung. Wer sich und seine Praxis gut organisiert, kann bei normalen Arbeitszeiten als Hausarzt einen guten Verdienst erwirtschaften. Die Aufhebung der Residenzpflicht und die Neustrukturierung der Wochenenddienste in Baden-Württemberg helfen außerdem dabei, eine ausgewogene Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden. Zahlen lügen nicht? Wenn ihr euch einen ersten Eindruck davon verschaffen möchtet, was man als Hausarzt verdienen kann, könnt ihr euch in unserem Verdienstkalkulator austoben. Kleiner Tipp: Man rechnet mit rund 1.000 Patienten im Quartal – in größeren Städten sind es in der Regel eher weniger (800 Patienten) und in ländlichen Regionen mehr (1.200 Patienten).    
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Praxis ist nicht gleich Praxis

Die Wahl des richtigen Praxismodells ist nicht einfach und hängt von den eigenen Wünschen ab. Aus Arzt wird Unternehmer: Sich mit einer Praxis niederzulassen bedeutet, sich selbstständig zu machen und ein eigenes kleines Unternehmen zu gründen. Dabei hat man die Wahl zwischen verschiedenen Praxismodellen. Welche Praxisform die richtige für euch ist, hängt davon ab, welcher Charaktertyp ihr seid und was ihr euch für eure berufliche Zukunft wünscht. Für Selbstverwirklicher Wer gerne unabhängig von anderen ist und bei beruflichen und wirtschaftlichen Entscheidungen keine Kompromisse eingehen möchte, kann eine Einzelpraxis gründen oder von einem Vorgänger übernehmen. Der Vorteil einer Einzelpraxis ist, dass ihr die Patientenbehandlung und Praxisführung ganz nach euren eigenen Vorstellungen und Wünschen gestalten könnt. Erwirtschaftete Gewinne müsst ihr nicht teilen. Möchtet ihr trotzdem mit Kollegen zusammenarbeiten, ohne euer Alleinbestimmungsrecht abzugeben, habt ihr die Möglichkeit, andere Hausärzte anzustellen oder, wenn ihr eine Weiterbildungslizenz habt, Ärzte in Weiterbildung zu beschäftigen. Ganz wichtig: Wenn man sein eigener Chef ist, trägt man natürlich auch das volle finanzielle Risiko und muss für alle Kosten wie Miete, Geräte und Personal aufkommen. Für Teamplayer Wer gerne mit Kollegen zusammenarbeitet und sich das finanzielle Risiko einer Selbstständigkeit teilen möchte, kann sich mit beliebig vielen anderen Hausärzten in einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) niederlassen. In einer Gemeinschaftspraxis habt ihr viele Möglichkeiten, eure Arbeitszeiten und damit eure Work-Life-Balance flexibel zu gestalten. Außerdem ist immer eine Kollege vor Ort, mit dem man medizinische und organisatorische Fragen besprechen kann. In einer BAG ist euer Investitionsrisiko geringer und auch die Praxiskosten werden auf mehrere Schultern verteilt. Gemeinschaftliches Arbeiten bedeutet aber gleichzeitig auch, dass man seine Gewinne teilen muss und zusammen haftet. Deshalb sollte man sich unbedingt einen Partner mit ähnlichen beruflichen Vorstellungen suchen und Verträge abschließen, um Konflikte zu vermeiden. Für Gewinnmaximierer Wer sich die laufenden Praxiskosten, aber nicht die Gewinne teilen möchte, kann sich in einer Praxisgemeinschaft niederlassen – einem Zwischenmodell zwischen Einzelpraxis und BAG. Man teilt sich mit einem Kollegen zusammen die Praxisräumlichkeiten, behandelt aber jeweils einen eigenen Patientenstamm. Eine Praxisgemeinschaft ist deshalb auch mit Ärzten anderer Fachrichtungen möglich. Für Abenteurer Wer es gerne etwas größer und fachübergreifend mag, hat die Möglichkeit ein Medizinisches Versorgungszentrum zu gründen oder sich dort anstellen zu lassen. In einem MVZ arbeiten sehr viele verschiedene Ärzte zusammen. Die Arbeit ist also ein bisschen wie im Krankenhaus, ihr habt aber trotzdem geregelte Arbeitszeiten und keine Schichtdienste. Gegründet werden kann ein MVZ von Vertragsärzten, aber auch von Krankenhäusern, von Erbringern nichtärztlicher Dialyseleistungen, von gemeinnützigen Trägern, die auf Grund von Zulassung oder Ermächtigung an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, oder von Gemeinden und Städten. Ein MVZ muss immer ärztlich geleitet sein und der ärztliche Leiter muss selbst als Arzt im MVZ arbeiten. Zu beachten ist, dass man für die Gründung eines MVZs mindestens zwei Vertragsarztsitze braucht. Vollzeit oder Teilzeit? Gut zu wissen: Wer sich niederlässt, muss nicht zwangsläufig in Vollzeit arbeiten. Man kann auch eine Teilzulassung beantragen. Dann reduziert sich die vorgeschriebene Mindestsprechstundenzeit von 20 auf 10 Stunden. Die freie Zeit kann man in Freizeit und Familie investieren oder sich halbtags im Krankenhaus anstellen lassen.
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Förderung für LAND ARZT LEBEN LIEBEN

Die Übergabe des Förderbescheids für LAND ARZT LEBEN LIEBEN. Im Oktober 2016 waren wir mit LAND ARZT LEBEN LIEBEN zu Gast im Landkreis Freudenstadt. Gemeinsam mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg wird die Veranstaltungsreihe fortgesetzt: Zwischen Oktober 2018 und April 2020 finden vier weitere Veranstaltungen statt.
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Anstellung oder Niederlassung?

Der Start ins Berufsleben geht zunächst mit der Frage einher: Anstellung oder Niederlassung? Die Weiterbildung ist geschafft, jetzt ruft das nächste Level! Aber welche Möglichkeiten habe ich eigentlich, als Hausarzt oder Hausärztin zu arbeiten und was bedeutet es, sich selbstständig zu machen? Anstellung und Niederlassung Wer als Hausarzt in der ambulanten Versorgung tätig werden möchte, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder man arbeitet als angestellter Arzt in einer Hausarztpraxis oder einem Medizinischen Versorgungszentrum oder man macht sich mit einer eigenen Praxis selbstständig. Selbstständigkeit bedeutet natürlich nicht, dass man alleine arbeiten muss. Man kann sich auch mit Kollegen derselben oder einen anderen Facharztrichtung zusammen in einer Praxis niederlassen. Als angestellter Arzt bezieht man ein festes Gehalt, hat geregelte Arbeitszeiten, bekommt Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und ist mit wesentlich weniger Bürokratie konfrontiert. Man trägt kein wirtschaftliche Risiko und kann auch in eigentlich gesperrten Planungsbereichen arbeiten. Auf der anderen Seite erzielt man aber auch keine zusätzlichen Gewinne durch Einnahmenüberschüsse, hat nur eingeschränkte Mitbestimmungsrechte und muss sich in bestehende Hierarchien einfügen. Eine Anstellung ist vor allem für Berufseinsteiger, als Übergang vor der Selbstständigkeit oder während der Familienplanung (Lohnfortzahlung in Elternzeit) eine gute Alternative. Wer gesetzlich versicherte Patienten in einer eigenen Praxis behandeln möchte, muss sich niederlassen. Dafür braucht man als Allererstes eine Zulassung als Vertragsarzt für den gewünschten Planungsbereich. Zulassungsantrag und Zulassungsausschuss Wer eine Zulassung als Vertragsarzt haben möchte, wendet sich an die zuständige Kassenärztliche Vereinigung (KV). Sie unterstützt euch beim Zulassungsverfahren und stellt den Zulassungsantrag an den sogenannten Zulassungauschuss, ein Gremium aus Vertretern der Ärzteschaft und der Krankenkassen. Der Zulassungsausschuss entscheidet, welcher Bewerber einen freien Arztsitz bekommt. Übrigens: Eine Zulassung bedeutet nicht automatisch, dass ihr in Vollzeit arbeiten müsst. Modelle wie Teilzulassung oder Jobsharing ermöglichen es euch, auch in der Niederlassung mit reduzierter Stundenzahl zu arbeiten. Das Zulassungsverfahren besteht insgesamt aus vier Schritten. Zulassungsverfahren 1. Arztregister: Als Erstes muss man sich in das Arztregister der zuständigen KV eintragen lassen. Voraussetzung dafür ist, dass ihr eure Approbation vorlegen könnt und eine Facharztweiterbildung abgeschlossen habt. 2. Warteliste: Wer plant, sich früher oder später in einem bestimmen Planungsbereich niederzulassen, kann sich auf die entsprechende Warteliste setzen lassen. Ihr verpflichtete euch damit nicht, euch später auch wirklich in diesem Gebiet niederzulassen. Ihr könnte so aber schon frühzeitig Wartezeiten aufbauen. Der Zulassungsausschuss berücksichtigt die gesammelte Wartezeit bei seiner Entscheidung, welcher Bewerber den Arztsitz bekommt. Man kann sich auch auf mehrere Wartelisten setzen lassen. 3. Zulassungsantrag: Der Zulassungsausschuss entscheidet anhand verschiedener Kriterien, welcher Bewerber einen freien Arztsitz bekommt. Dazu gehören zum Beispiel die berufliche Eignung, das Approbationsalter, die Dauer der bisherigen ärztlichen Tätigkeit oder die verwandtschaftliche Verhältnisse zum abgebenden Arzt. Für den Zulassungsantrag müsst ihr verschiedene Zeugnisse und Bescheinigungen einreichen. Deshalb solltet ihr alle Dokumente zu eurem beruflichen Werdegang immer sorgfältig sammeln. So vermeidet ihr zeitlichen Verzögerungen, weil euch Unterlagen fehlen. 4. Genehmigung: Ist euer Zulassungsantrag vom Zulassungsausschuss genehmigt worden, habt ihr es geschafft. Ihr seid nun offiziell Vertragsarzt und könnt mit einer eigenen Praxis in dem von euch gewählten Planungsbereich starten!  
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Wie die Weiterbildung zum Facharzt Allgemeinmedizin funktioniert

Ärztin in Weiterbildung in der Hausarztpraxis. Nach dem Medizinstudium ist vor der Weiterbildung! Wer sich für die Weiterbildung zum Facharzt Allgemeinmedizin entscheidet, darf sich auf verschiedene Stationen, verschiedene Arbeitgeber und ganz viel Gestaltungsspielraum freuen. Aufbau der Weiterbildung Allgemeinmedizin Die Weiterbildung Allgemeinmedizin dauert fünf Jahre, wenn man sie in Vollzeit absolviert und setzt sich aus drei Abschnitten zusammen. Aufbau und Inhalt werden von der jeweiligen Landesärztekammer festgelegt und können sich von Bundesland zu Bundesland ein bisschen unterscheiden. Wer sich für die Weiterbildung Allgemeinmedizin entscheidet, sollte sich deshalb als erstes überlegen, in welcher Region er diese denn eigentlich absolvieren möchte. In der Regel verbringt man zuerst 36 Monate in der stationären Versorgung. Einen Teil davon absolviert ihr in der Inneren Medizin – in Baden-Württemberg sind es 18 Monate. Die restliche Zeit könnt ihr in einer anderen Fachrichtung der unmittelbaren Patientenversorgung verbringen, zum Beispiel in der Chirurgie, der Gynäkologie oder der Pädiatrie. In Baden-Württemberg habt ihr sogar die Möglichkeit, nach den 18 Monaten in der Inneren Medizin direkt in die Hausarztpraxis zu wechseln. Nach dem stationären Teil der Weiterbildung arbeitet ihr für 24 Monate in der ambulanten Versorgung und seid in einer Praxis bei einem Hausarzt mit Ausbildungsbefugnis tätig. In Baden-Württemberg müsst ihr mindestens 18 Monate in der Hausarztpraxis bleiben und könnt euch dann die restlichen sechs Monate auch in einer chirurgischen Praxis oder in der Ambulanz einer chirurgischen Klinik weiterbilden lassen. Zusätzlich zum stationären und ambulanten Abschnitt müssen alle Ärzte in Weiterbildung zum Facharzt Allgemeinmedizin einen 80-stündigen Kurs zur psychosomatischen Grundversorgung absolvieren. Unser Tipp: Um optimal auf die Arbeit in der Hausarztpraxis vorbereitet zu sein, belegt ihr den Kurs am besten schon in den ersten drei Jahren der Weiterbildung. Organisation der Weiterbildung Die Organisation der Weiterbildung erfolgt komplett in Eigenregie. Das heißt, ihr seid selbst dafür verantwortlich, geeignete Stellen zu finden. Aber keine Sorge: In einigen Regionen haben sich Kliniken und Hausarztpraxen zu sogenannten Weiterbildungsverbünden zusammengeschlossen. Der große Vorteil von Weiterbildungsverbünden ist, dass ihr nicht immer wieder neu auf die Suche nach passenden Anschlussstellen gehen müsst. Ihr durchlauft die verschiedenen Stationen eurer Weiterbildung in einer Region mit konstanter Qualität, müsst nicht umziehen und keine unnötigen Pausen einlegen. Weiterbildungsverbünde sollen in den nächsten Jahren in ganz Deutschland aufgebaut werden und ausgeweitet werden. In Baden-Württemberg gibt es seit 2017 außerdem das Weiterbildungsprogramm KWBW VerbundweiterbildungPlus. Die KWBW VerbundweiterbildungPlus hilft Praxen und Kliniken in ganz Baden-Württemberg dabei, Weiterbildungsverbünde aufzubauen und berät euch in allen Weiterbildungsfragen. Außerdem bietet sie Mentoring und Seminarprogramme an, die ihr zusammen mit angehenden Hausärzten in der gleichen beruflichen Situation besucht. So könnt ihr frühzeitig Netzwerke aufbauen und euch mit Kollegen über die Weiterbildung und eure berufliche Zukunft austauschen. Verdienst und Berufsaussichten Im Schnitt verdient ihr als Arzt in Weiterbildung bei einer Vollzeittätigkeit rund 5.000 Euro Brutto im Monat – egal ob ihr in der Klinik oder in der Praxis arbeitet. Die Gehälter in der Klinik sind in Tarifverträgen festgelegt. Durch die Förderung der Kassenärztlichen Vereinigung kann euch euer Arbeitgeber im ambulanten Abschnitt der Weiterbildung ein vergleichbares Gehaltsniveau garantieren. In der Klinik könnt ihr euren Monatslohn durch Schicht- und Nachtdienstzulagen und in der Praxis durch die Mitwirkung an der Notdienstversorgung erweitern. Nach der Weiterbildung braucht ihr euch um einen Job keine Sorgen zu machen! In allen Bundesländern, vor allem in den ländlicheren Gebieten, herrscht ein großer Bedarf an Hausärzten. Ihr findet also fast überall eine Stelle oder könnt euch als Vertragsarzt niederlassen. Nicht selten bleiben Ärzte in Weiterbildung gleich in der Praxis, in der sie ihre Weiterbildung absolviert haben und werden Partner oder Inhaber. Expertentipps Wir haben unsere niedergelassene Hausärzte aus dem Hausärzteverband Baden-Württemberg nach ihren Tipps für die Weiterbildung Allgemeinmedizin gefragt. Alle sind sich einig: Erfahrungsaustausch ist besonders wichtig! Schließ dich also möglichst früh einem Weiterbildungsverbund an, werde Mitglied in der DESAM Nachwuchsakademie oder suche dir einen Mentor. Außerdem solltest du dir vorab gut überlegen, welche Fachrichtungen dich noch interessieren und dir eine Weiterbildungspraxis in einer Region suchen, in der du dir vorstellen kannst, später zu arbeiten. Sei offen und trau dich Neues auszuprobieren, zum Beispiel die Arbeit in einer Hausarztpraxis auf dem Land. Und vergiss nicht, dass ein Hausarzt auch nichtmedizinische Kenntnisse braucht, um eine Praxis zu führen. Dazu zählen zum Beispiel Betriebswirtschaftslehre oder Mitarbeiterführung. In der Allgemeinmedizin ist darüber hinaus ganz wichtig, neugierig zu bleiben und auf dem neusten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu sein.
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Was ist der richtige Facharzt für mich?

Junge Ärztin am Ende ihres Medizinstudiums Wer nach sechs langen Jahren endlich mit dem Medizinstudium fertig ist, steht vor einer der wichtigsten Entscheidungen seines Lebens: Welche Facharztrichtung soll es werden? Ganz egal ob Chirurgie, Radiologie oder Allgemeinmedizin – es ist wichtig, dass du das Fachgebiet wählst, mit dem du dich am Besten identifizieren kannst und das am besten zu deinen Vorstellungen vom Leben und Arbeiten passt. Hand aufs Herz: Was erwartest du eigentlich von deinem späteren Berufsleben? Klinik und Praxis Es gibt Fachgebiete, die am Krankenhaus beheimatet sind und Fachgebiete, die Aufgaben in der ambulanten Patientenversorgung übernehmen. Gefällt dir die Arbeit in der Klinik oder möchtest du die Möglichkeit haben, früher oder später in einer Praxis zu arbeiten? Die Arbeit in der stationären Versorgung bietet dir vor allem Sicherheit. Du arbeitest als angestellter Arzt und beziehst ein festes, tarifvertraglich geregeltes Gehalt. Auf der anderen Seite arbeitest du im Schichtdienst, an Wochenenden, in der Nacht und bist von den Entscheidungen deiner Chef- und Oberärzte abhängig. Wem Flexibilität und Mitspracherechte wichtig sind, für den ist die Niederlassung interessant. Übrigens: Niederlassung bedeutet nicht gleich Selbstständigkeit. Die meisten Berufsanfänger arbeiten als angestellte Ärzte in einer Praxis und beziehen wie in der Klinik ein festes Gehalt. Ihre Arbeitszeiten bestimmen die ambulant tätigen Ärzte einfach selbst. Dadurch ist es wesentlich einfacher, Arbeit, Privatleben und Familienplanung zu vereinbaren. Wer eine eigene Praxis eröffnet, ist sogar sein eigener Chef und kann alleine entscheiden, wie er seine Praxis managen, sein Team führen und seine Patienten behandeln möchte. Interessant für Teamplayer: Niederlassung bedeutet nicht, dass man alleine ganz vor sich hin arbeitet – nur wenn man möchte. Viele Praxen sind Gemeinschaftspraxen oder Praxisgemeinschaften, in der mehrere Ärzte im Team arbeiten, mehr Patienten behandeln und sich das finanzielle Risiko der Existenzgründung teilen. Jobperspektiven Wenn du lieber in der ambulanten als in der stationären Versorgung arbeiten möchtest, musst du dich für eine der Facharztrichtungen entscheiden, die sich niederlassen können, zum Beispiel Orthopäden, Gynäkologen, Kinderärzte, Augenärzte oder Allgemeinmediziner. In der Hausarztmedizin sind die Jobperspektiven im Moment besonders gut, weil Hausärzte in ganz Deutschland Mangelware sind. Das bedeutet, dass du dich im Moment so ziemlich überall niederlassen kannst, wo du möchtest. Ansonsten bist du abhängig von der Planung der Kassenärztlichen Vereinigungen. Auch über dein Gehalt musst du dir als Hausarzt keine Sorgen machen: In Baden-Württemberg kannst du als selbstständiger Hausarzt durch die besonderen Verträge zur Hausarztzentrierten Versorgung und die aktuelle Versorgungslage durchaus einen Gewinn von 200.000 Euro vor Steuern erzielen. Patientennähe Bei der Entscheidung für oder gegen eine Facharztrichtung ist auch wichtig, wie nah du am Patienten arbeiten möchtest und wie dein Arbeitsalltag mit ihnen aussehen soll. Wenn dir eine persönliche Arzt-Patienten-Beziehung, ein breites medizinisches Spektrum und viele verschiedene Krankheitsbilder wichtig sind, dann ist die Allgemeinmedizin natürlich die optimale Lösung. Als Hausarzt bist du der erste Ansprechpartner bei allen medizinischen Problemen und hast eine starke Bindung zu deinen Patienten. Schließlich behandelst du nicht nur ihre Symptome, sondern sie als ganzen Menschen in ihren verschiedenen Lebensumfeldern. Oft betreust du sogar ganze Familie. Bildlich gesprochen: Jeder Tag ist wie eine "Pralinenschachtel" und du weißt nie, wer oder was dir als nächstes in deiner Sprechstunde begegnet. Wenn du eine Facharztrichtung suchst, die dir viel Abwechslung und Gestaltungsspielraum bieten soll, dann ist die Allgemeinmedizin eine weise Entscheidung.  
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120. Deutscher Ärztetag in Freiburg

120. Deutscher Ärztetag in Freiburg Wenn sich das "Parlament der Ärzteschaft" trifft, dann heißt es wieder: Deutscher Ärztetag! Seit 1873 entsenden die 17 deutschen Landesärztekammern ein Mal im Jahr 250 Delegierte zur Hauptversammlung der Bundesärztekammer, um an wechselnden Orten wichtige berufsrechtliche und gesundheitspolitische Entscheidungen zu treffen. In diesem Jahr findet der Ärztetag vom 23. bis 26. Mai in Freiburg statt.
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Ein Beruf mit ganz viel Freiheit

Ein-Beruf-mit-ganz-viel-Freizeit-Titelbild Vom 21. bis 23. Oktober 2016 waren wir mit unserer neuen Veranstaltungsreihe LAND ARZT LEBEN LIEBEN zu Gast im Landkreis Freudenstadt. Neun Nachwuchsärzte hatten sich bei winterlichen Temperaturen auf die Reise in den Schwarzwald gemacht, um sich ein Wochenende lang einen Eindruck vom Leben als Hausarzt in ländlichen Regionen zu verschaffen. Am Samstag öffnete uns Dr. Claas Wolff in Loßburg seine Praxistüren.
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2.380 Euro fürs PJ Allgemeinmedizin

2380-Euro-fürs-PJ-Allgemeinmedizin Sein Praktisches Jahr (PJ) in einer Hausarztpraxis zu absolvieren, ist oft nicht nur mit mehr Zeitaufwand verbunden, sondern kostet auch jede Menge Geld für Fahrkarten, Benzin oder eine vorübergehenden Bleibe! Was am Ende bleibt: viele wichtige Erfahrungen fürs spätere Berufsleben und ein immenser fachlicher Input! Damit ihre diese tolle Chance trotz materieller Hürden auch nutzen können,  greift die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) allen Studierenden im PJ Allgemeinmedizin ab sofort mit 595 Euro im Monat unter die Arme.
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