Die Residenzpflicht besagt, dass man am Ort der Praxis auch leben muss. Für Hausärzte gilt das heute nicht mehr!

Residenzpflicht

Muss ich im gleichen Ort leben, in dem ich arbeite?

Wer sich als Vertagsarzt niederlässt, musste bis 2012 auch seinen Wohnsitz in der Nähe der eigenen Praxis haben. Dahinter verbirgt sich die Residenzpflicht.  Der ehemalige Paragraf aus der Zulassungsverordnung besagt, dass man seine Wohnung so zu wählen hat, dass er für die ärztliche Versorgung der Versicherten an seinem Vertragsarztsitz zur Verfügung steht.

Mit dem Inkrafttreten des GKV-Versorgungsstrukturgesetz am 1. Januar 2012 wurde die Residenzpflicht für alle Vertragsärzte aufgehoben. Wenn ihr also zum Beispiel eure Praxis auf dem Land aufmacht, seid ihr nicht mehr zwangsläufig dazu verpflichtet, auch in der Nähe zu leben. Ihr könnt in der nächsten Stadt oder in einem benachbarten Ort wohnen. Ihr seid aber weiterhin dazu verpflichtet, eure Sprechstunden in eurer Praxis am Vertragsarztsitz durchzuführen (Präsenzpflicht).

Diese Regelung erlaubt euch als Hausarzt mehr Freiheiten und Flexibilität, euer Berufs- und Privatleben nach euren Wünschen zu gestalten. Das kann gerade für eure Familieplanung von großer Bedeutung sein. Ein weiterer großer Vorteil: Man kann die Vorzüge von Stadt und Land vereinen und Förderungen für die Niederlassung optimal nutzen.