1.-Schwarzwälder-Winterschool-Allgemeinmedizin

Schwarzwälder Winterschool Allgemeinmedizin 2014

Fünf Tage lang wurde Allgemeinmedizin im Schwarzwald groß geschrieben. 23 Studierende aus ganz Deutschland nahmen an der 1. Schwarzwälder Winterschool teil. Die Mischung aus Seminaren, gemeinsamer Freizeit und fachlichem Austausch war ein voller Erfolg, fanden Teilnehmer und Veranstalter.

Wie kann man bei Medizin-Studierenden das Interesse für Allgemeinmedizin wecken, sie gar ermuntern, über eine Niederlassung als Hausärztin oder Hausarzt nachzudenken? Der Hausärzteverband Baden-Württemberg hat sich gemeinsam mit der Stiftung Perspektive Hausarzt Baden-Württemberg und dem Lehrbereich Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Freiburg dieser Frage gestellt. Im Ergebnis ist ein mehrtägiges Seminarkonzept entstanden, welches sowohl fachliche als auch geografische Besonderheiten berücksichtigt die 1. SchwarzwälderWinterschool Allgemeinmedizin. Als Marke eingetragen soll nach Prof. Dr. Wilhelm Niebling, Leiter des Lehrbereichs Allgemeinmedizin der Universität Freiburg, die Schwarzwälder Winterschool die Allgemeinmedizin “den Studierenden näher bringen, [ … ] über die Lehre an den Universitäten hinaus interessant machen,” und die “Attraktivität von Baden-Württemberg für den allgemeinmedizinischen Nachwuchs” transportieren.

Ein abwechslungsreiches Programm

1.-Schwarzwälder-Winterschool-AllgemeinmedizinDie 1. Schwarzwälder Winterschool Allgemeinmedizin wurde vom 19.02.-23.02.2014 in Hinterzarten im Schwarzwald durchgeführt. Teilgenommen haben 23 Studierende aus ganz Deutschland – von Rostock und Berlin über Heidelberg, Mannheim und Ulm bis nach Freiburg. Die Teilnehmer erwartete ein straffes Programm. Neben einer Einführung in die Allgemeinmedizin folgten fachlich höchst anspruchsvolle Themenbereiche wie Blickdiagnostik, Palliativmedizin, Gesprächsführung, chronische Krankheiten, Reanimation, Pharmakatherapie und evidenzbasierte Medizin. Die einzelnen Themenbereiche wurden in Kleingruppen bearbeitet und durch intensive Einbindung der Teilnehmer interaktiv gestaltet. Das Konzept ging auf. “Das Erstellen eigener Konzepte hinsichtlich des Managements chronisch Kranker, die intensive Auseinandersetzung mit Palliativmedizin oder das erneute Üben ärztlicher Gesprächsführung sind einige Beispiele, die mich persönlich besonders bereichert haben” sagte Sabine, Studentin im 7. Semester.

Auf Augenhöhe mit den Hausärzten sprechen

Ein besonderes Augenmerk lag bei der Planung der Schwarzwälder Winterschool Allgemeinmedizin auch darauf, dass neben den fachlichen Veranstaltungen genug Zeit zur Verfügung stand für Gespräche mit den Dozenten (selbst niedergelassene Hausärzte), anderen Studierenden oder zum Reflektieren des bisher Gelernten. Gerade die Möglichkeit des Dialogs mit den Niedergelassenen war den Initiatoren ein besonderes Anliegen. “Besonders die Chance, auf Augenhöhe mit den Hausärzten zu sprechen, ist ein unbezahlbarer Mehrwert für die Teilnehmer der Winterschool” sagte Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg, im Rahmen der Abschlussveranstaltung. Und so sahen es auch die Studierenden. “Die Erfahrungsberichte der Dozenten, die schon einige Jahre als niedergelassene Hausärzte tätig sind, haben dazu beigetragen, dass ich nun noch mehr den Traum habe, Allgemeinmedizinerin zu werden”, sagte Ann-Kathrin, Studentin an der Universität Ulm. Sabine, Studentin der Universität Heidelberg, ergänzte, dass sie “die große Zufriedenheit und die Überzeugung, mit der die anwesenden Hausärzte von ihrem Beruf und ihren Lebensentwürfen sprachen” als überaus positiv und anspornend wahrgenommen hat. Eine Winterschool im Schwarzwald wäre keine Winterschool, wenn nicht auch noch Zeit zum Skifahren und Langlauf geblieben wäre. Aus diesem Grund war ein ganzer Vormittag für den Wintersport reserviert. Die meisten zog es auf den nahe gelegenen Feldberg. Juliane, Medizinstudentin aus Dresden, schätzte diese gemeinsamen Aktivitäten besonders, stärkten sie doch den Gruppenzusammenhalt zusätzlich. Der letzte Seminartag wurde gemeinsam mit Lehrpersonal des Universitätsklinikums Freiburg im eigenen Skills-Lab verbracht. Auf der Tagesordnung standen unter anderem Sonografie, EGK und die gynäkologische Untersuchung. In Kleingruppen wurden die Studierenden durch die einzelnen Programmpunkte geführt und hatten die Möglichkeit, unter fachlicher Anleitung die eigenen praktischen Fähigkeiten auszubauen. “Der Tag im Freiburger Skills-Lab war wirklich sehr effektiv, da man jetzt auch die gynäkologische Untersuchung, mit der man sich an der Uni kaum auseinandersetzt, sauber und mit Bedacht durchführen kann” sagte Juliane, die im Moment in Luzern am Kantonsspital ist, und ergänzte, dass dies für ihre Famulatur “nochmal richtig großartig” war.

Hausarzt – ein Beruf mit Zukunft

Den Abschluss der 1. Schwarzwälder Winterschool Allgemeinmedizin in Hinterzarten leitete Dr. Dietsche mit einer ermunternden Rede ein, in welcher er sowohl seine Begeisterung über die engagierten Teilnehmer kund tat als auch nochmal auf die sehr guten beruflichen Chancen in der Allgemeinmedizin – gerade in Baden-Württemberg mit den HZV-Verträgen – hinwies. Ein letztes Highlight war nach dem festlichen Abendessen der Auftritt der Basler Improtheater-und Theatersport-Gruppe “Die Impronauten”. In einem gut einstündigen Programm wurden die Lachmuskeln bis zum äußersten strapaziert und die gesamte Schwarzwälder Winterschool Allgemeinmedizin konnte nochmal humoristisch aufgearbeitet und reflektiert werden.

Ein voller Erfolg

Die 1. Schwarzwälder Winterschool Allgemeinmedizin, die dank der freundlichen finanziellen Unterstützung der AOK Baden-Württemberg überhaupt erst möglich wurde, war ein voller Erfolg und soll ein fester Baustein im Veranstaltungskalender des allgemeinmedizinischen Nachwuchses werden. “Die Studierenden werden als Multiplikatoren für die Allgemeinmedizin ihre positiven Erfahrungen nach außen und in die Universitäten tragen und übernehmen hierdurch eine unglaublich wichtige Rolle für die Allgemeinmedizin” ist sich Dr. Dietsche sicher. “In jedem Fall hat mich die Winterschool ein weiteres Mal in meinem Wunsch Hausärztin, beziehungsweise Landärztin, zu werden bestärkt”, sagte Sabine im Rahmen der Abschlussveranstaltung. Juliane ergänzte: “Lieben Dank für fünf wundervolle, allgemeinmedizinisch-kulinarisch-sportliche Tage.”