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Und der Unialltag hat mich wieder…

Innsbruck hat wieder Semester und das schon in der dritten Woche. Irgendwie ist man das als deutscher Student gar nicht gewohnt, nur vier Wochen Semesterferien zu haben. 21 Tage davon habe ich genutzt, um in München am Institut für Rechtsmedizin der LMU zu famulieren. Ziemlich spannend war das! Morgens bei Gericht konnten wir uns über die vielfältigen Gutachtertätigkeiten der Rechtsmediziner informieren, von der Körperverletzung bis zum Mord. Nachmittags durften wir an den Obduktionen teilnehmen. Bereits nach einer Woche durfte ich selbst Organpakete präparieren und erkannte sogar so manche pathologische Todesursache makroskopisch. Da hat sich die lange Zeit der Patholernerei doch endlich einmal ausgezahlt.

Und spannend war es oft auch, vor allem, wenn Patienten völlig unverhofft verstorben waren und man wirklich gar keine Ahnung hatte, was denn nun die Todesursache sein könnte. Was mir allerdings aus allgemeinmedizinischen Sicht besonders am Herzen lag, war das Erlernen einer vernünftigen Leichenschau. Hier dürfte ich ab und an über die Schultern der Ärzte schauen und bei dem ein oder anderem natürlich auch selbst Hand anlegen.

Kaum bin ich wieder in Innsbruck gelandet, hat der Unialltag mich wieder.  Aber AMPOL (problemorientierte Allgemeinmedizin) ist gestartet und damit das für mich beste Wahlfach der ganzen Unizeit. Wir haben hier von Herrn Professor Bachler, dem Vorsitzenden der Tiroler Gesellschaft Allgemeinmedizin, ein sehr feines Arbeitsheft erhalten und einen Leitfaden mit den wichtigsten Krankheiten in der Allgemeinmedizin-Praxis. Und das Seminar, dass mich jeden Montagabend noch einmal zur Uni radeln lässt, lässt keine Wünsche offen. Wir behandeln immer drei bis vier Patientenfälle, auch einmal ausgefallenere Sachen, aber natürlich überwiegend häufige Erkrankungen in der Praxis. Dafür überlegen wir uns alle möglichen Differentialdiagnosen und arbeiten uns Dank Laborwerten und Anamnese Step by Step in den Fall ein. Ich finde, das hat total etwas von einem Puzzle – jedes Mal ein Teilchen mehr dazu! Ich arbeite diese Fälle dann oft Zuhause noch auf, sodass ich den Lernerfolg wirklich spürbar merke.

Der-Unialltag-hat-mich-wiederAnsonsten geht es weiter mit den Blockpraktika in diesem Semester, Kinderheilkunde habe ich schon hinter mir. Ich hatte dabei das Glück in der Neonatologie zu landen und Dank unseres engagierten Arztes durften wir sogar wirklich viel lernen und selbst untersuchen. Und ich habe einmal wieder gemerkt, wie groß doch meine Affinität zu Kindern ist.

Aber auch der Sport kommt in Innsbruck wieder nicht zu kurz. Gerade heute habe ich eine 6-stündige Skitour mit ein paar Kommilitonen unternommen und fühle mich immer noch völlig beflügelt vom Traum im Schnee.  Aber auch hier bei uns im Süden schleicht sich der Frühling so langsam ein… . Nicht schlecht finde ich, denn dann kann bald wieder das “Radl” hier rausgeholt werden. Aber am Wochenende starten wir mit der Downhill-Saison erst einmal noch ein Stückchen weiter südlich – auf geht’s ins schöne Südtirol nach Bozen. Auf das wir alle wieder heil nach unten kommen und ich meine studentisch-ärztlichen Fähigkeiten nicht anwenden muss…