Welche Möglichkeiten zur Finanzierung meiner eigenen Praxis habe ich?

Eine Frage des Geldes

Wer sich selbstständig macht, steht nicht nur vor unternehmerischen Herausforderungen, sondern immer auch vor größeren Investitionen. Hilfe gibt es von verschiedenen Seiten: Förderprogramme wie “Ziel und Zukunft” der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg greifen jungen Ärzten finanziell unter die Arme. Gemeinden und Landkreise unterstützen euch dagegen ganz oft bei der Suche nach Praxisräumen oder einer Wohnung.

Kredite und Zinsen

Wer eine Praxis gründet, braucht Kapital für Praxisräume, Einrichtungsgegenstände oder Geräte. Viele Banken bieten spezielle Finanzierungsberatungen und Angebote für Selbstständige an. Am besten wendet ihr euch zunächst an eure Hausbank und lasst euch dort über die verschiedenen Modelle beraten. Oft lohnt es sich, diese Angebote mit Angeboten anderer Banken zu vergleichen, um die bestmöglichen Konditionen und die günstigsten Zinsen zu erhalten.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, Unterstützung über öffentliche Förderprogrammkredite bei Förderbanken wie der “Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)” zu erhalten. Diese fördern mittelständische Unternehmen und Existenzgründer mit sogenannten Förderkrediten, die oft günstigere Konditionen als “normale” Kredite haben. Förderkredite sind aber genau wie Förderprogramme nicht für jeden frei verfügbar. Sie müssen beantragt, geprüft und bewilligt werden. Über die Bewilligung entscheidet die jeweilige Förderbank. Welche Anforderungen erfüllt werden müssen, könnt ihr in einem persönlichen Beratungsgespräch in Erfahrung bringen.

Ziel und Zukunft

Finanzielle Unterstützung bekommt man bei der KV.Mit dem Programm „Ziel und Zukunft“ (ZuZ) der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) werden Ärzte und Physiotherapeuten in Baden-Württemberg finanziell bei der Niederlassung unterstützt. In ausgewiesenen Gebieten mit starkem Ärztemangel (den sogenannten ZuZ-Fördergebieten) fördert die KVBW Hausärzte, die eine Praxis neugründen oder übernehmen. Wer sich in einem Fördergebiet niederlässt, kann mit einem Investitionskostenzuschuss von bis zu 80.000 Euro rechnen. Um die Förderung zu beantragen, müsst ihr den Förderantrag ausfüllen und an die KVBW abschicken. Euer Antrag wird anschließend geprüft und ihr bekommt Rückmeldung, ob und in welcher Höhe ihr gefördert werdet. Wichtig ist: Die Förderung muss im Vorfeld beantragt werden und erfolgt nur, wenn ihr nachweisen könnt, dass ihr eure Tätigkeit auch aufgenommen habt. Erhaltet ihr die ZuZ-Förderung, verpflicht ihr euch gleichzeitig, mindestens drei Jahre in dem Fördergebiet vertragsärztlich tätig zu sein.

Unterstützung vor Ort

Unser Tipp: Nehmt Kontakt mit der Gemeinde oder dem Landkreis auf, indem ihr eure Praxis eröffnen möchtet. Hier bekommt ihr zwar nicht immer finanzielle Unterstützung, aber vor allem in ländlicheren Regionen helfen die Gemeinden ihrem neuen Hausarzt gerne bei der Suche nach geeigneten Praxis- oder Wohnräumen und beim Praxismarketing. Manche Gemeinden stellen auch Praxisräume zur Verfügung oder bieten attraktive Bauplätze für Haus oder Praxis an. Das erspart oft viel Zeit und Arbeit und macht euren Einstieg in die Selbstständigkeit und die Integration in euer neues Arbeitsumfeld wesentlich einfacher.