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Eine neue Welt

Letztes Wochenende stand für mich etwas völlig Neues auf dem Plan: Homoöpathie! Nachdem meine Mama mich schon seit Beginn meiner Studienzeit  darüber ausfragt, nun auch noch die Familie meines Freunde mit diesem Thema anfängt und ich jedes Mal den Eindruck habe, sie wissen mehr als ich, habe ich mir also nun vorgenommen, auch ein bisschen fitter in diesem viel diskutierten Themenbereich zu werden.

Schon als Kind haben meine Eltern mich mit Globuli therapiert. Wegen meiner unzähligen Sportverletzungen vom Motocross war das auch dringend nötig – und geholfen hat es irgendwie immer. Seitdem kenne ich die Homöopathie. Da aber in der Vorlesung nicht viele gute Worte darüber fallen, habe ich es irgendwie immer verdrängt, mich intensiver damit zu beschäftigen. Gepackt von Wissbegierde (Ich hatte im Dezember einen Skiunfall und wieder einmal hat mir Arnika mir auf die Sprünge. Pünktlich zur Silvesterskitour war ich also wieder fit.) fuhr ich also in der letzten Woche von Innsbruck ins Ruhrgebiet nach Essen zu einem Vortrag unter Schirmherrschaft der Carstens-Stiftung und beschäftigte mich ein Wochenende lang mit Homöopathie in der Psychosomatik.

eine-neue-weltAm Freitagmorgen stand erstmal ein allgemeines Seminar über die Potenzierungs-und Medikamentenlehre auf dem Programm. Das war als kleine Einstimmung auf das eigentliche Thema echt super, denn in unserem Querschnittsbereich Reha/Naturheilkunde an der Uni kam mir das alles irgendwie viel zu kurz vor. Am Nachmittag begannen dann die spannenderen Vorträge, in denen uns zuerst Einblicke in die psychosomatischen Erkrankungen gegeben wurden. Nach dem die Grundlagen geschaffen waren, haben die Dozenten über Anwendungsbeispiele und Potenzierungen erzählt. Dabei war es sehr spannend zu hören, dass mit Homöopathie Patienten geholfen werden konnte, die eigentlich aus klassisch pharmakologischer Sicht schon austherapiert waren und bei denen kein Antidepressivum angesprungen war. Und auch die angebotenen Workshops könnten mir als “Homöopathie-Anfängerin” neues Wissen vermitteln.

Am Abend saßen wir immer alle fleißig beieinander und haben bei einem Glas Wein über den Stoff des Tages diskutiert.  Besonders beeindruckt war ich von einigen Studenten, bei denen man den Eindruck hatte, sie wären schon richtige kleine Homöopathen. Manche hatten sogar ihre eigene Hausapotheke dabei.  Ein Diskussionsthema war natürlich aber wieder, wie die Evidenzlage von Homöopathie ist. Klar, auf so einem Seminar trifft man viele überzeugte Menschen, dennoch war es spannend außerhalb der Universität (wo ja Homöopathie oft für “Schmarn” erklärt wird) auch einmal die Argumente der Befürworter zu hören.

Ich jedenfalls kann für mich sagen, dass ich es super finde, Patienten auch alternative Methoden zur konventionellen Medizin anbieten zu können. Und solange es meinen künftigen Patienten hilft, bin ich auch von der Wirkung überzeugt. Nach den lehrreichen Tagen freue ich mich jetzt aber schon auf das Herbstforum der Carstens-Stiftung, bei dem ich ganz sicher wieder dabei sein werde.

Wir in Innsbruck haben jetzt allerdings erst einmal für zwei Wochen Osterferien. Für mich geht es daher sportlich auf Reisen nach Fontainebleau in Frankreich zum Bouldern. Mein Globuli-Schächtelchen darf dabei natürlich nicht fehlen…