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Hausarzt werden lohnt sich (wieder)

Wir haben einen Grund zum Feiern! Unser erster Vertrag zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) wird in diesem Jahr acht Jahre alt. Was uns am meisten freut: Pünktlich zum Geburtstagsfest belegen Studien der Uni Heidelberg und der Uni Frankfurt, dass die HZV falsche (oder besser gesagt: unnötige) Medizin auf ein Minimum reduziert! Aber fangen wir von vorne an: Was genau ist die HZV eigentlich? Und warum ist sie so wichtig für alle, die mit dem Gedanken spielen, später in der Allgemeinmedizin zu arbeiten?

Wie alles begann

Hausarzt-werden-lohnt-sich-wieder Seit 2007 müssen die Krankenkassen in Deutschland ihren Versicherten neben der Standardversorgung eine besondere hausärztliche Versorgung anbieten. Dazu schließen sie mit den Hausärzten als Gemeinschaft eigene Verträge ab. Gemeinsam mit der AOK Baden-Württemberg hat der Hausärztverband Baden-Württemberg deshalb 2008 den ersten HZV-Vertrag auf den Weg gebracht.  Die Idee dahinter ist schnell erklärt: Die Rolle des Hausarztes soll gestärkt und so die Betreuung der Patienten verbessert werden. Der Hausarzt koordiniert alle Behandlungsschritte, ordnet Therapien und Untersuchungen an und überwacht deren Ergebnisse. Soweit die Theorie – stellt sich die Frage: Wie sieht es in der Praxis aus?

Wir ziehen Bilanz

Seit acht Jahren (und damit seit seiner Einführung) untersuchen Forscher der Uni Frankfurt und der Uni Heidelberg, ob und wie sich die medizinische Versorgung der Patienten durch den HZV-Vertrag mit der AOK verändert hat. Das Ergebnis haben sie Mitte Juni in Berlin vorgestellt: Die HZV hält was sie verspricht. Es gibt weniger Fehlversorgung, die Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten ist besser und die Patienten gehen drei Mal so oft zum Hausarzt wie in der Regelversorgung. Das wirkt sich vor allem auf die Versorgung von chronisch kranken Patienten (wie z.B. Diabetikern) aus. Sie haben weniger Komplikationen durch ihre Grunderkrankung und weniger Krankenhausaufenthalte. Positiver Nebeneffekt: Das Gesundheitssystem wird finanziell entlastet.

Hausarzt werden lohnt sich wieder

Hausarzt-werden-lohnt-sich-wiederJeder Arzt und jeder Patienten kann individuell entscheiden, ob er an der HZV teilzunehmen möchte. Allgemeinarzt Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbands Baden-Württemberg und einer der Wegbereiter der Hausarztzentrierten im Südwesten, weiß: Wer in Baden-Württemberg Allgemeinarzt werden will, ist gut beraten, wenn er an der HZV teilnimmt und viele HZV-Patienten betreut. Hausarztverträge haben für einen Allgemeinmediziner nämlich viele Vorteile: Man erhält eine angemessene und stabile Vergütung (bis zu 30 Prozent höher als in der Regelversorgung), der Beruf wird aufgewertet, die Abrechnung wird wesentlich einfacher und man hat mehr Zeit für seine Patienten. In Baden-Württemberg nehmen inzwischen rund 4.000 Allgemeinmediziner und 1,4 Millionen Patienten an der HZV teil – so viele wie sonst nirgendwo in Deutschland!

Übrigens: Nicht nur für Hausärzte gibt es Verträge außerhalb der Regelversorgung. Auch andere Fachärzte profitieren von speziellen Konditionen.

Alle Infos zu Kollektiv- und Selektivverträgen und zur Hausarztzentrierten Versorgung findet ihr auch in unserem Hausarzt A-Z oder in unserer Hausarzt A-Z App!