Ich habe fertig!

Kaum zu fassen, aber ja – es ist vorbei! Drei Tag lang haben ich und meinen Kommilitonen und Kommilitoninnen im Herbst Blut und Wasser geschwitzt. Insgesamt 320 Fragen, darunter auch ein paar Kolibris (das sind seltene Krankheitsbilder)… ein letztes Mal volle Konzentration und voller Einsatz! Mein zweites Staatsexamen war hart, aber ich muss zugeben, eigentlich auch ganz fair. Jetzt heißt es: Uni adé!

Die komplette Ratlosigkeit, die mich in meiner letzten Uni-Klausur heimgesucht hatte, blieb im Staatsexamen Gott sei Dank aus. Anstrengend war es trotzdem. Nach über drei Monaten lernen, kreuzen (und noch mehr kreuzen), wiederholen und noch mal lernen, fällt auf einmal die ganze Anspannung von einem ab. Zuerst konnte ich es zuerst gar nicht richtig realisieren: Ich kam am dritten Tag aus der Prüfung, hatte tausend Dinge im Kopf und ärgerte mich noch über die systemische Sklerodermie, von der ich nie gedacht hätte, dass sie drankommt. Meine Mitstreiter haben zu diesem Zeitpunkt schon ausgelassen gefeiert.

Lets Party – und dann?

Ich-habe-fertigKomischerweise war ich erstmal so gar nicht in Feierlaune. Irgendwann drückte mir dann irgendjemand einen Becher Sekt in die Hand und so langsam meldete sich mein Gehirn zurück: Es war tatsächlich geschafft, eine der letzten großen Hürden war genommen, die letzte „Ankreuz- Klausur“ war geschrieben… yeeeeeha! Ein super Gefühl! Und endlich konnte auch ich in die große Party vor der Baumhainhalle im Mannheimer Luisenpark einsteigen. Hier haben wir unser Physikum geschrieben und hier geht es mit dem Staatsexamen zu Ende. Schnell noch ein letztes Gruppenbild, bevor wir uns in alle Winde zerstreuen.

Aber wie geht es jetzt für uns alle weiter? Viele Kommilitonen machen erst mal ein Freisemester und gehen auf Reisen oder beschäftigen sich mit ihrer Dissertation. Die “Fleißigen” (kleiner Scherz am Rande ;)) beginnen im November ihr Praktische Jahr. Natürlich hatte ich auch überlegt, eine Pause oder ein Freisemester einzulegen, vor allem um meine Doktorarbeit zu Ende zu bringen.  Schlussendlich bin ich nach reiflicher Überlegung aber zu dem Entschluss gekommen, dass das auch neben dem PJ funktionieren sollte. Im Idealfall schaffe ich es, bis zum Beginn des PJ fertig zu werden… vielleicht.

Das kann ich euch raten!

Wenn ich heute – also ein paar Wochen nach dem Staatsexamen – eine ruhige Minute habe und so darüber nachdenke, bin ich eigentlich ziemlich fasziniert, was wir alle in den letzten Monaten für einen gewaltigen Berg an Lernstoff bewältigt haben. Natürlich gibt es wirklich grandiose Hilfsmittel, wie den Amboss 100 Tage Lernplan, der einem das Lernen ziemlich angenehm macht. Aber es war dennoch ein hartes Stück Arbeit. Ich will natürlich an dieser Stelle keine Schleichwerbung machen, aber was das Amboss-Team geleistet hat, ist wirklich große Klasse und ich kann den 100 Tage Lern- inklusive Kreuzplan nur weiterempfehlen :)! Auf jeden Fall solltet ihr immer Ruhe bewahren und im Zweifelsfall auf das „Bauchgefühl“ hören. Man hat am Ende der Lernzeit eine solche Routine im Fragenkreuzen entwickelt, dass man sich oft intuitiv für die richtige Antwort entscheidet.

So – und jetzt das Wichtigste: Was bei der Examensvorbereitung nämlich wirklich essentiell ist, ist dass es (man glaubt es kaum) auch ein Leben neben der Lernerei gibt. Man muss sicher nicht den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, sondern man sollte sich ab und an auch Auszeiten und freie Tage gönnen – auch wenn es schwer fällt und das schlechte Gewissen ständig im Kopf hämmert. Es lohnt sich nach getaner Arbeit Sport zu machen oder andere Dinge zu tut, die einfach Spaß machen. Am nächsten Tag setzt man sich dann nämlich wieder gerne und motiviert hin und alles läuft viel leichter. Irgendwann kommt der Punkt, an dem einen einfach alles, was mit Medizin zu tun hat, ganz furchtbar nervt. Bei mir ging das sogar soweit, dass ich nicht mal mehr  „Dr. House“ sehen wollte, obwohl das zu meinen absoluten Lieblingsserien gehört! Wenn es soweit kommt, dann hilft nur eins: einen kompletten Tag Pause einlegen und es gut sein lassen. Die letzten Tage sollte man es dann eher ruhig angehen lassen und das armes Gehirn, Energie für die alles entscheidenden Tage sammeln lassen.

Famous last words

Achtung: Zum Schluss ist Zeit für ein bisschen Gefühlsduselei… wer das nicht verträgt, sollte jetzt bitte nich weiterlesen ;)! Was ein Examenskandidat auf jeden Fall braucht sind Freund und Familie – und wenn alles rum ist, ist es Zeit danke zu sagen… also los! Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich während der Vorbereitung seelisch und moralisch unterstützt, mir Mut gemacht und mir gut zugeredet haben! Ohne diese Unterstützung wäre es sicher nicht so gut gelaufen, habt vielen Dank ihr Lieben!