Immer im Einsatz!

Es ist schon lange her, dass ich mein erstes Wahlfach in der Vorklinik in Dresden besucht habe. Dieses Jahr durfte ich aus einer etwas anderen Perspektive miterleben, wie “kleine” Vorkliniker zum ersten Mal Klinikluft schnuppern. Zusammen mit meiner DEGAM-Mentorin und ehemaligen Famulatur-Ärztin Dr. Claudia Norzel und drei anderen Tutoren durfte ich das Wahlfach “Der gute Arzt” an der TU München gestalten! Und auch im Urlaub beim Kiten hat mal als angehenden Ärztin keine ruhige Minute… ein ereignisreicher Sommer liegt hinter mir!

Vom Lerndenden zum Lehrenden

“Der gute Arzt” ist ein allgemeinmedizinisches Wahlfach, dass den Studenten einen Einblick in das alltägliche Leben eines Hausarztes und seine wichtigsten Aufgaben gewähren soll – vom Reanimationstraining, über die Wundversorgung und das Instant Aging bis hin zur ärztlichen Gesprächsführung. Auf dem Programm stand in diesem Sommer auch der Umgang mit sterbenden Menschen und dem Tod. Gemeinsam mit den Vorklinikern besuchten wird das Hospiz der Barmherzigen Brüder in München. Dr. Claudia Levin brachte die Studierenden mit einem Patienten ins Gespräch und zeigte uns auf wundervolle und einfühlsame Weise, dass der tägliche Umgang mit Sterbenden und dem Tod auch viel zurück geben kann. Ein unglaublich tapferer und kämpferisch veranlagter Familienvater hat uns seine Geschichte erzählt und uns erklärt wie dankbar er dafür ist, in diesem Hospiz sein zu dürfen. Für mich und die Studierenden eine wirklich sehr emotionale und bewegende Erfahrung! Man kann wirklich sagen: Das Wahlfach ist uns rundum gelungen! Wir waren eine top Truppe und haben nicht nur gemeinsam gelernt, sondern in den heißen Tagen auch das ein oder andere Eiscafé in München entdeckt :).

Auch im Urlaub im Einsatz!

Tagebuch-eines-NC-FluechtlingsMit einem weinenden Auge ging es für mich erst einmal Richtung Urlaub – zum Kiten mit dem besten Team Innsbrucks nach Theologos auf Rhodos. Zwei Wochen ohne die Medizin? Von wegen! Da am Strand oft weit und breit kein Arzt aufzufinden war, war ich ganze drei Mal als Ersthelferin im Einsatz. Neben Profis, die die wirklichen coolen Tricks und Sprünge drauf haben, sind in Theologos auch viele Anfänger am Üben. Und gerade da fällt vielen die Beherrschung des Kites, das sanfte Landen und Starten und das “Fühlen” des Schirms echt schwer. Zwei meiner “Patienten” haben das am eigenen Leib zu spüren bekommen und ich musste eine ziemlich große Schnittwunde an der Wade, eine Radiusfraktur und eine Kopfplatzwunde behandeln. Man lernt als Medizinstudent eben immer, sogar im Urlaub! Am spannendsten war aber die Verletzung, die sich einer der “Locals” (also ein Profi!) zugezogen hat. Bei einem Sprung ist er falsch gelandet, hat sich vier Rippen frakturiert und dadurch einen traumatischen Pneumothorax eingehandelt. Als Ersthelferin ging mir wirklich ganz schön die Düse und es fiel mir schwer, die Ruhe zu bewahren! Ich war aufgeregt ohne Ende und hatte Angst etwas falsch zu machen! Mir schwirrten die ganze Zeit Worte wie Drainage, Pleurodese und Sauerstoffgabe durch den Kopf. Aber ich wusste ja, dass ich hier am Strand nicht viel unternehmen konnte mit dem nicht vorhandenen Equipment und meinem hilfsmedizinischen Wissen. Leichte Überforderung machte sich bei mir breit, aber nachdem ich meinen Bodycheck abgeschlossen und sich der Kiter etwas beruhigt hatte, ging es auch mir wieder besser. Wir haben natürlich sofort den Notarzt gerufen und den Verletzten betreut, bis er eingetroffen ist.

Jetzt hat mich leider der Alltag wieder. Wobei, habe ich nicht eigentlich das ganze Jahr Urlaub in der wundervollen Alpenstadt Innsbruck? Nein, definitiv nicht. Die Doktorarbeit wartet schon…