Klausurwochenende-im-schönen-Thüringen

Klausurwochenende im schönen Thüringen!

Vom 08. bis 10. Mai war es endlich wieder soweit: Das Treffen mit unserer DEGAM-Nachwuchsakademie stand auf dem Plan! Wir hatten uns ja alle schon wieder viel zu lange nicht gesehen. So reiste ich mit meinen zwei Münchner Mädels via Auto zurück in meine alte Heimat nach Thüringen. Kaum angekommen, lachten wir uns alle ganz freudig und herzlich an und haben erst einmal das letzte Jahr Revue passieren lassen. Erstaunlich, wie sich unsere Lebenspläne immer mehr mit präzisen Vorstellungen füllen oder auch große Veränderungen auftreten…

Danach gab es bei lockerer Atmosphäre erst einmal eine Vorstellungsrunde mit allen Kohorten, auch der Neuen, was dieses Mal echt super war, denn endlich musste ich nicht nur Namen raten, sondern erfuhr sie dann auch direkt. Im Anschluss daran startete eine Podiumsdiskussion zum Thema “Hausärztliche Versorgung jetzt und in der Zukunft”. Daran nahmen Frau Dr. Rommel, erste Vorsitzende der KV Thüringen, Dr. Mühlenfeld, Vorsitzender des Instituts für hausärztliche Fortbildung, Herr Rösler von der Techniker Krankenkasse, Herr Professor Ferdinand Gerlach, Präsident der DEGAM, sowie Sandra Lange, Assistenzärztin aus Dresden und Bernadett Hilbert, Assistenzärztin aus München, teil. Die beiden letzt genannten sind selbst ehemalige Mitglieder der DEGAM-Nachwuchsakademie. In der Podiumsdiskussion wurde die Rolle der Allgemeinmedizin mit ihrer Schlüsselfunktion noch einmal deutlich hervorgehoben und auch für uns Studenten interessante, an der Uni häufig nicht behandelte Themen angesprochen. So gab es erste Einblicke in Abrechnungsstrukturen mit der KV, die VerbundweiterbildungPlus und die Aufgaben der Krankenkassen. Bei einem gemeinsamen Abendessen konnten wir den ersten Tag ausklingen lassen und uns weiter über unsere privaten und uniinternen Dinge austauschen.

Klausurwochenende-im-schönen-ThüringenAm Samstag folgte eine Vorstellung aller Strukturen in der DEGAM durch Herrn Professor Gerlach, wodurch auch “Die Neuen”, nun schon in Kohorte D befindlichen Studenten, viele interessante Dinge zu hören bekamen. Die restlichen fachlichen Veranstaltungen waren jeweils einzeln unter den Kohorten aufgeteilt, sodass wir uns mit allgemeinmedizinischen Fällen beschäftigten, die Anton Beck aus der Seminarvorlesung von der TU München mitgebracht hat. Auch das fand ich toll, da ich direkt wieder eine Verknüpfung zu meiner damaligen Hausarztfamulatur in Oberbayern hatte. Denn meine Lehrärztin gestaltet die Seminarvorlesung selbst mit und dadurch hatte ich zuvor schon erste Eindrücke bekommen. Außerdem hielt uns Annette Becker einen Vortrag über den Einfluss der Pharmaindustrie, was eine schöne Einleitung zu unseren Themen für den Sonntagvormittag darstellte.

Aber nun folgte erst einmal der kulturelle Teil der Veranstaltung. Nachdem wir vom TK-Bildungszentrum in Hayn aus letztes Jahr Erfurt besuchten, stand in diesem Jahr Weimar auf dem Plan. Für mich als echte Jenenserin (die Ureinwohner der thüringischen Stadt Jena und direkte Nachbarn Weimars) ein echtes Heimspiel. Wir besuchten das Goethe-Museum, an dem mich zu dieser Jahreszeit vor allem der blühende und wunderschöne Garten, in dem man in der Sonne jede Menge Kraft tanken konnte, faszinierte. Danach stand eine Kutschfahrt durch die historische Altstadt Weimars an, auf der wir jede Sehenswürdigkeit schön erklärt bekamen. Besonders romantisch war hier das vorüberziehende Gewitter, wir fühlten uns glatt wie kleine Hofherren. Aber der Allerwerteste schmerzte bei so manchem von uns schon nach einer Stunde Fahrt über das Kopfsteinpflaster Weimars. Wie muss das dann erst nach einer Woche Kutschfahrt in früheren Zeiten gewesen sein…

Zünftig haben wir den Abend im”Köstritzer Brauhaus” ausklingen lassen. Das in meiner Heimat bekannte Schwarzbier Köstritzer hat es aber von der Popularität auch schon über unsere Grenzen hinaus geschafft. Ja und dann war auch schon wieder Sonntag. Wir stellten unsere Hausarbeiten zu den Themen Einfluss von Big Pharma, Zusammenarbeit rund um den Hausarztberuf und Allgemeinmedizin an den einzelnen deutschen Fakultäten vor. Kaum war das fachliche Themengebiet dann erledigt, begaben sich schon die Ersten Kommilitonen auf die Heimreise. Ich hatte den Luxus noch einen Tag bei meiner Familie einschieben zu dürfen und war froh, auch die Lieben endlich wieder in den Arm zu schließen.

Es war wie immer ein sehr gelungenes Wochenende, an dem der berufliche Austausch, aber auch private Themen nicht zu kurz kamen. Für mich ist die DEGAM-Nachwuchsakademie nicht nur eine Möglichkeit sich fachlich auszutauschen, sondern ich komme auch immer wieder gerne, weil so tolle Menschen Teil des Ganzen sind.
Ich freue mich jetzt schon wahnsinnig sehr auf unser Wiedersehen in Bozen zum diesjährigen Dreiländerkongress in Südtirol. Wir werden wohl nicht nur ein paar nette Kongresstage verbringen, sondern auch zuvor ein paar gemeinsame Tage auf einer Hütte bei Brixen.