Tipps für eine gelungene Famulatur – Teil 02

Um im Klinikalltag oder in der Praxis möglichst gut zu überleben, gibt es ein paar nützliche Tricks. Ich präsentiere: Teil 2 meiner ultimativen und garantiert hilfreichen Tipps für eine gelungene Famulatur!

1. Stethoskop

Extrem wichtig! Legt man sich ein Stethoskop um den Hals, sieht man sofort professionell aus und erweckt einen kompetenten Eindruck. Die Patienten haben sofort etwas mehr Respekt als sonst, erwarten natürlich aber auch einiges mehr als von einem normalen Praktikanten! Deshalb sollte man sie natürlich nicht im Dunkeln stehen lassen und seine Funktion erläutern. Aber ansonsten ist es doch ab und zu auch mal ganz schön mit Herr oder Frau Doktor angesprochen zu werden… ;)

2. Fragen

Wie in der Sesamstraße gilt auch in einer Famulatur das Motto: Wer nicht fragt, bleibt dumm! Also traut euch, nutzt die Zeit und stellt so viele Fragen, wie ihr könnt. Es gibt nichts schlimmeres, als unbeantwortete Fragen. Es wird euch auch garantiert niemand den Kopf abreißen, wenn ihr euch für das entsprechende Prozedere, das Medikament oder das Fachgebiet interessiert und mehr wissen wollt. Ganz im Gegenteil: Es zeigt, dass ihr euch für eure Arbeit interessiert und und während der Famulatur auch etwas lernen wollt. Auch Verständnisfragen, die im Studium leider oft zu kurz kommen, werden euch normalerweise gerne beantwortet. Solltet ihr doch mal auf einen etwas unfreundlicheren Zeitgenossen treffen, gibt es zur Not ja auch noch Google. Das kann nämlich auch super Fragen beantworten :)!

3. Humor

Sowohl im Umgang mit den Patienten als auch mit dem Fachpersonal hilft neben Höflichkeit und Respekt immer eine kleine Prise Humor. Hat es zum Beispiel mal nicht auf Anhieb geklappt mit dem Zugang legen, dann nehmt es mit Humor. Das erleichtert euch den stressigen Alltag ungemein. Er lockert Situationen auf und sorgt für eine angenehme Atmosphäre. Und ihr wisst ja: „ Humor ist die Medizin, die am Wenigsten kostet und am Sichersten hilft.“

4. Notizblock

Mit einem Notizblock in der Hand seid ihr bei all euren Vorgesetzten sofort angesehen, werdet allerdings bei anderen Famulanten eventuell als Streber abgestempelt. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Einen Notizblock parat zu haben, ist auf jeden Fall sehr nützlich, um nach getaner Arbeit zu Hause vielleicht doch nochmal den Wirkmechanismus von Ezetimib zu recherchieren. Außerdem kann man sich notieren, was man noch für Aufgaben zu erledigen hat. Man verliert nämlich am Anfang gerne den Überblick, wenn man Herr Maier in Zimmer 1023 einen Zugang legen soll, bei Herrn Schmid eine kurze Anamnese machen muss, bei Frau Müller in Zimmer 1004 Blut abnehmen soll und danach mit Herr Fischer in den Sono-Raum gehen sollte, um ihn vor zu schallen. Das kann man natürlich auch im Kopf behalten – muss man aber nicht. Dazu siehe auch Tipp 2 im ersten Teil 1 der Famulaturtipps!

5. Hartnäckigkeit

Lasst euch nicht abwimmeln, auch von der strengen Oberschwester nicht!  Manchmal ist es eben wichtiger dem Patienten Blut abzunehmen, als ihn nach seinen Essenswünschen für die nächsten Tage zu fragen. Es zahlt sich aus, bei manchen Dingen immer schön am Ball zu bleiben. Fragt euch der Arzt, dem ihr gerade zugeteilt seid, ob ihr irgendeine bestimmte Aufgabe übernehmen wollt, dann reagiert lieber schnell. Sonst kommt euch noch ein anderer zuvor.

6. Ein gutes Buch

Falls es zwischendurch mal nichts zu tun geben sollte und ihr schon wirklich alles andere Unnötige erledigt habt, schadet es nie ein Buch dabei zu haben. Ob ihr auf eine Prüfung lernen müsst, für eure Doktorarbeit recherchiert, für die Famulatur etwas nachschlagt oder die Zeit mit knobeln im Rätselbuch verbringt (wurde schon beobachtet!) ist relativ egal. Ihr habt die Wahl – Romane sind allerdings nicht zu empfehlen.

7. Menschlichkeit

Das bitte nie, nie, nie vergessen! Fehler sind menschlich und wir sind – Gott sei Dank – keine Maschinen. Einen schlechten Tag hat jeder mal und dann geschehen eben Fehler, die eigentlich nicht passieren dürften. Die Patienten sollten das ebenfalls wissen, wenn sie zu hohe Erwartungen an euch haben. Seid ehrlich zu ihnen, aber auch zu euch selbst. Niemand ist unfehlbar, geschweige denn perfekt.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß bei euren Famulaturen! Genießt die Zeit und nutzt eure Chance praktische Erfahrungen sammeln zu können!