Berufsbild Hausarzt: Junge Allgemeinmedizinerin in der Praxis.

Berufsbild Hausarzt

Wer Hausarzt werden möchte, absolviert nach dem Studium seine Weiterbildung im Fach Allgemeinmedizin. Hausärzte arbeiten in der Regel nicht im Krankenhaus, sondern in der ambulanten Patientenversorgung.

Patientenspektrum und Patientennähe

Ein Hausarzt ist nicht wie andere Fachärzte auf einen bestimmten Körperbereich spezialisiert – er ist stattdessen für eine ganz bestimmte Aufgabe in unserem Gesundheitssystem zuständig: die medizinische Primärversorgung der Bevölkerung. Primärversorgung bedeutet: Als Hausarzt seit ihr die erste Anlaufstelle für Patienten bei allen medizinischen Problemen. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, denn ihr müsst Symptome richtig einschätzen und über die ersten Behandlungsschritte entscheiden. Außerdem übernehmt ihr die gesundheitliche Grundversorgung und Beratung. Dazu braucht ihr ein breites medizinisches Wissen und müsst immer auf dem aktuellsten Stand der medizinischen Entwicklung sein. Denn: Euer Patientenspektrum ist breit und die Beratungsanlässe und Krankheitsbilder, die euch in der Sprechstunde begegnen, entsprechend vielseitig. Als Hausarzt behandelt ihre eure Patienten immer “ganzheitlich” unter Berücksichtigung ihres sozialen Lebensumfelds und ihrer Krankheitsgeschichte. Oft betreut ihr ganze Familien und sogar ganze Generationen. Die Nähe zum Patienten ist in der Allgemeinmedizin deshalb so hoch, wie in keinem anderen Fachgebiet.

Flexibilität und Selbstbestimmung

Als Hausarzt seit ihr flexibel und selbstbestimmt – ihr arbeitet schließlich nicht im Krankenhaus, sondern in der ambulanten Patientenversorgung. Eure Arbeitszeiten legt ihr selbst fest, Schichtdienste gehören damit der Vergangenheit an, genauso wie hierarchische Strukturen mit Chef- und Oberärzten. Die Zahl der Wochenenddienste ist durch die Notdienstregelung in Baden-Württemberg sehr gering. Dadurch ist es viel einfacher Freizeit, Beruf und Familienplanung unter einen Hut zu bringen.

Niederlassung bedeutet übrigens nicht automatisch, dass ihr euch selbstständig machen müsst. Viele junge Ärzte arbeiten erst mal als angestellter Arzt in einer Hausarztpraxis und beziehen wie im Krankenhaus ein festes Gehalt. Wer sich dazu entscheidet, seine eigene Praxis zu eröffnen, ist sein eigener Chef. Als Praxisinhaber tragt ihr zwar das finanzielle Risiko der Selbstständigkeit, habt aber auch das Sagen. Ihr entscheidet, wie ihr eure Praxis managet und eure Patienten behandelt oder wie viel ihr arbeitet und wie viel Gewinn ihr erwirtschaftet. Wer gerne im Team mit anderen Ärzten praktizieren möchte, kann sich zusammen mit Kollegen niederlassen oder weitere Ärzte anstellen.

Ein Beruf mit Perspektive

In Deutschland gibt es einen großen Bedarf an Hausärzten. Das heißt, dass ihr euch trotz Bedarfsplanung fast überall dort niederlassen könnt, wo ihr möchtet. In der Regel ist es dadurch auch kein Problem, noch mal den Praxisstandort zu wechseln, wenn es die private Situation erfordert. Außerdem interessant: In Deutschland gibt es keine Residenzpflicht (mehr). Das heißt, ihr könnt auf dem Land arbeiten und in der Stadt wohnen – oder umgekehrt. Wer sich also einen Beruf mit Abwechslung und Flexibilität wünscht, ist in der Allgemeinmedizin genau richtig!